LOAD BALANCER NEWS

2-Armed vs. 1-Armed Setup des LoadMasters

Im “Kochbuch” zur Einrichtung des LoadMasters haben wir uns ja Schritt für Schritt mit der Konfiguration beschäftigt, und zwar auf Basis eines sogenannten 1-armigen Setups (“1-Armed Setup”). Also dem einfachsten Szenario, mit nur einem Netzwerkinterface.

Wie aber funktioniert die 2-armige Variante? Ganz einfach: Genauso, mit den folgenden zwei kleinen Modifikationen.

Schauen wir uns zunächst nochmal die Grundidee an…

Im 1-Armed Setup sind die Server auf dem gleichen Interface (und in aller Regel im gleichen Subnetz) wie der gehörige Virtuelle Service:

1-Armed Setup des LoadMaster

Im Gegensatz dazu sind beim 2-Armed Setup die Server in einem anderen Subnetz:

2-Armed Setup des LoadMaster

(An dieser Stelle sei erwähnt: Natürlich kann man auch komplexere Topologien abbilden, siehe hierzu mein Text zu Netzwerk-Topologie Beispielen für Exchange 2010.)

Was ist nun also zu tun, um ein zweiarmiges Setup  verwenden anstelle des im “Kochbuch” beschriebenen einarmigen? Folgende Schritte:

  • Richte ein weiteres Interface auf jedem LoadMaster ein (eth1), inklusive zugehöriger “Shared IP”.
    In der Zeichnung wären dies: 192.168.1.1 und 192.168.1.2 (sowie 192.168.1.254 als Shared IP.)
  • Achtung: Die Netzwerkinterfaces des LoadMaster müssen nicht nur in unterschiedlichen Subnetzen sein, sondern dürfen auch nicht im selben Ethernet (sprich: Switch / VLAN) stecken!
  • Platziere die Server in ebendiesem Subnetz und verwende dabei die neue Shared IP als Default Gateway.

Fertig – Nun können diese Server als “Real Server” in den gewünschten Virtuellen Services verwendet werden! Und das nennt man dann 2-Armed Setup.

Mischbetrieb (manche Real Server 1-Armed, manche 2-Armed) ist übrigens möglich, aber nicht unbedingt empfehlenswert, wenn man die Dinge einfach und übersichtlich halten will.

Abschließend noch die Frage:

Was ist besser, 1-Armed oder 2-Armed?

Tja… schwer zu  beantworten – wichtig ist eigentlich nur, beides zu können. Denn in der Praxis kommen immer wieder Situationen vor, die einfach die eine oder andere Variante  zwingend erfordert.

Wenn ich “auf der grünen Wiese” die Wahl habe, würde ich allerdings eher zum 2-Armed Setup tendieren, aus folgenden Gründen:

  • Übersichtlicheres Setup, einfacherer Betrieb und Fehlersuche,
  • Keine Routing-Probleme bei transparentem Betriebsmodus des Virtuellen Service,
  • Verteilung der Last auf mehrere Interfaces, d.h. mehr Kapazitätsreserven.

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