LOAD BALANCER NEWS

10 Dinge, die Sie bei Kauf und Vergleich eines Load Balancers beachten sollten

“Jetzt ist es soweit: Wir müssen Server Load Balancer einsetzen. Aber welchen sollen wir nehmen?”

“Genug geärgert mit unserem Software-Load Balancing – jetzt brauchen wir ein richtiges Gerät!”

Egal wie es anfängt, schnell findet man sich in der Produktsuche und -Auswahl wieder, und damit vor der Frage: Wie entscheiden?  Dann geht es los mit Featurelisten und… ja womit eigentlich? Ich habe hier einmal alle Kriterien zusammengetragen, die ich für relevant halte. Ergänzungen sind wie immer willkommen!

Leistungsmerkmale (Features und Performance)

Klar: Vor allem muss der Load Balancer das können, wofür Sie ihn brauchen. Und am besten auch noch “Luft nach oben” haben, also auch für wachsende Anforderungen noch ausreichen. Dies ist natürlich ein schmaler Grat – brauche ich die “eierlegende Wollmilchsau”, bzw. was ist wirklich praxisrelevant? Letzteres zu beurteilen ist natürlich nicht einfach, erfordert einige Erfahrung… Was also tun? Mein Tipp: Im ersten Schritt konkret fragen, im zweiten: Testgerät anfordern und wirklich ausprobieren!

Was ich im Übrigen auch für einen interessanten Indikator halte, ist die Dynamik in der Weiterentwicklung. Fragen Sie also z.B. auch, in welchen Abständen neue Firmware-Releases erscheinen oder welche Features in letzter Zeit hinzugekommen sind.

Und zu den Leistungsmerkmalen zählt natürklich auch die Performance, um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Achten Sie vor allem auf die Größen, die für Ihren Anwendungsfall relevant sind – also z.B. SSL-TPS (Transaktionen pro Sekunde), falls Sie massiv SSL-Beschleuigung einsetzen; den maximalen Layer-4-Durchsatz, falls Sie gar keine Layer-7-Eigenschaften (wie Cookie-Persistenz oder Content Routing) einsetzen, etc.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, führen Sie in der Testphase auch ruhig einmal einen Lasttest durch – es gibt durchaus Anbieter, die es mit den Angaben “nicht ganz so genau nehmen”, um es vorsichtig zu formulieren.

Stabilität / Referenzen

Wenn nun also das Gerät prinzipiell das tut, was es soll, ist das zweite absolute Muss-Kriterium die Robustheit. Ein Load Balancer muss einfach grundsolide sein, und nicht etwa einen eigenen Schwachpunkt im Netzwerk darstellen.Wie soll man das nun herausfinden? Ein eigener Test ist hier nur begrenzt aussagekräftig… Das beste ist also meiner Meinung nach, sich nach Referenzen zu erkundigen und diese auch wirklich einmal nach Ihren Erfahrungen zu fragen!

Support

Passend zum vorgenannten Thema gleich der nächste Punkt: Support. Selbst beim tollsten Load Balancer kann mal ein Problem auftreten, sei es eine Setup-Frage, ein Hardware-Problem oder  eine sonstige Fehlfunktion. Den Unterschied macht in diesem Falle der Support, sowohl hinsichtlich der Antwort-Geschwindigkeit, als auch hinsichtlich der inhaltlichen Qualität (Wird mein Problem verstanden? Werde ich wichtig genommen? Wie schnell wird es gelöst?)

Auch hier kann man Referenzen als ein Indiz heranziehen, aber: Probieren Sie den Support ruhig während des Test einmal aus!

Intuitive Bedienbarkeit

Schon an vierter Stelle sollte für meine Begriffe die Einfachheit (“Ease of Use“) stehen. Je komplizierter die Bedienung, desto höher der Zeitaufwand, desto größer die Fehlergefahr, desto problematischer die Vertretung durch Kollegen in der Urlaubszeit, etc.

  • Welche Schritte sind nötig, um einen Dienst (so wie Sie ihn brauchen) anzulegen? Wie einfach kann das System zum Cluster erweitert werden? …
  • Wie intuitiv sind diese Schritte?
  • Wie gut ist die Online-Hilfe?
  • Wie gut ist das Handbuch?
  • Usw…

Auch hier ist “selbst probieren” der Königsweg!

Hersteller

Auch der Herstellers sollte durchaus als Entscheidungskriterium herangezogen werden, oder zumindest sollten wichtige Grundvoraussetzungen erfüllt werden:

  • Wirkt der Hersteller insgesamt vertrauenswürdig?
  • Hat er die nötige Größe und Positionierung, um zukunftssicher zu sein?
  • Welche Kompetenz hat er in Sachen Load Balancing? Entwickelt und supported er selbst?
  • Wie fokussiert ist er auf das Thema Load Balancing?

Hardware

Eines der weniger offensichtlichen Kriterien ist die verwendete Hardware. Handelt es sich um für den Einsatzzweck entwickelte bzw. optimierte Geräte, oder um Standardhardware, auf die lediglich eine Software aufgespielt wird? Die Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen: Nicht nur beeinflusst dies natürlich die Performance – wichtiger noch sind die mittelfristigen Probleme, die aus der für Standardhardware typischen hohe Änderungsgeschwindigkeit resultieren (Modellvielfalt, Treiberänderungen, …)

Transparenz

Gar nicht so unwichtig: Wie transparent gibt sich der Anbieter nach außen? Legt er seine Preise vollständig offen? Sind Handbücher u.ä. Informationen schon vor dem Kauf verfügbar? Wie ist ansonsten die Informationspolitik?

Green Load Balancing

Auch für Load Balancer gilt heute: Stromverbrauch / Wärmeabgabe etc. sind nicht mehr nur ökologisch relevant (so wie es z.B. auch die Verwendung problematischer Rohstoffe ist), sondern auch ein echter Kostenfaktor. Diese Größen sollten also in keiner Vergleichstabelle fehlen!

Kosten

Nahtlos an den vorgenannten Punkt schließt sich eines der Top-Kriterien an: Der Preis, oder besser gesagt: Die Gesamtkosten. Zu berücksichtigen nämlich sind neben dem Einkaufspreis des Geräts auch Betriebskosten und vor allem die Wartungskosten. Lassen Sie sich diese am besten (zumindest optional) gleich zu Beginn mit anbieten!

Testmöglichkeit / Rückgaberecht

Dass eigentlich erst ein eigener Test Aufschluss darüber gibt, ob das gewählten Produkt tatsächlich geeignet ist, habe ich bereits angesprochen. Umgekehrt gilt: Wenn ein Hersteller seinem eigenen Produkt vertraut, sollte er Ihnen auch eine Testmöglichkeit bzw. eine Rückgabemöglichkeit bei Nichtgefallen einräumen. Darauf würde ich in jedem Falle bestehen!

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